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Attraktive Zinssätze von 7,5 % und mehr?

Attraktive Zinssätze von 7,5 % und mehr?

8.10.2007 Geldanlage, Finanzen

Top-Zinsen verspricht Ihnen die Werbung der Bank. 6 % Zinsen p. a aufs Festgeld bietet ihnen die eine Bank, der Konkurrent legt sogar noch ein Prozent drauf? Das hört sich fantastisch an. Doch wenn man genauer hinschaut folgt meist die Ernüchterung.

Ein Punkt, der zu bemängeln ist, ist dass diese astronomischen Zinssätze meistens nur für ein halbes oder maximal ein Jahr gezahlt werden. Danach gibt es für die Geldanlage jedoch meist deutlich weniger als 3% p. a. Nun gut, das wäre noch zu akzeptieren, sofern ein Wechsel der Geldanlage nach dem Ende der hohen Zinszahlungen möglich ist.

Ein viel entscheidenderer Punkt ist jedoch, dass im “Kleingedruckten” des Angebotes meist etwas steht wie: “50 % der Geldanlage werden zum besagten Zinssatz als Festgeld angelegt. Die restlichen 50 % werden in Investmentfonds investiert”. Damit bekommt diese Geldanlage doch gleich einen ganz anderen Charakter. Kein sicheres Festgeld, sondern ein Kombinationsprodukt, eine Geldanlage, die Kursrisiken beeinhaltet, wird hier angeboten. Jetzt erklärt sich auch, weshalb die hohen Zinsen zustande kommen. Die Bank, die die Geldanlage anbietet bekommt für den Verkauf der Investmentfonds in der Regel Provisionen von der Investmentgesellschaft. Dies können bis zu einmalig 5% der Anlagesumme zuzüglich laufende Bestandsprovisionen sein, die der Anleger als Agio bzw. laufende Gebühren bezahlt. So kann die Bank für die restlichen 50 % der Geldanlage generös ein paar Prozentpunkte Bonuszinsen für ein halbes Jahr spendieren.

Von der positiven Seite betrachtet, bekommt der Anleger, der sowieso geplant hat, einen Teil seines Geldes in Investmentfonds zu investieren, durch die Zinssubventionen einen Teil des Ausgabeaufschlags zurück. Andererseits muss der Geldanleger dafür aber nochmals die gleiche Summe, die er in die Investmentfonds investiert als Festgeld für die besagte Laufzeit anlegen. Außerdem wäre zu überlegen, ob es nicht über andere Banken bzw. Vermittler die Möglichkeit gegeben hätte, besagte Investmentfonds mit einem vergünstigten (oder sogar ohne) Ausgabeaufschlag zu erwerben.

Hauptnachteil ist bei diesen Produkten mit den Top-Zinssätzen jedoch meistens, dass es bezüglich der Investmentfonds die erworben werden klare Vorgaben gibt. Entweder handelt es sich um einen ganz bestimmten Investmentfonds oder im günsterigen Fall hat der Anleger noch die Auswahl zwischen zwei oder drei Produkten, die jedoch dann alle vom gleichen Anbieter sind. Gezieltes aussuchen von Outperformer-Fonds der Vergangenheit ist für den Anleger in der Regel nicht möglich. Die Banken haben sich meist an einen speziellen Emittenten oder sogar die eigene Investmentgesellschaft gebunden, wo ihnen gute Provisionen garantiert sind.

Ein völlig ungeeignetes Angebot sind diese Kombinationsprodukte für Anleger, die eigentlich gar nicht vor hatten, in Aktien bzw. Investmentfonds zu investieren, sondern nur eine sichere Festgeldanlage mit hohen Zinsen suchten.

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