Chinas Exporte bedrohen den Dollarkurs
8.10.2007 FinanzenChinas Wirtschaft boomt. Insbesondere die Textilindustrie sorgt regelmäßig für hohe Aussenhandelsüberschüsse. Beim Handel mit Deutschland erwirtschaftete China im Jahre 2006 28 Milliarden Dollar Handelsüberschuss. Gegenüber den USA belief sich Chinas Handelsüberschuss auf sagenhafte 233 Mrd. Dollar. Damit hatte China allein einen Anteil von ca. 30 % am US-amerikanischen Aussenhandelsdefizit von etwa 800 Mrd. Dollar. Durch ihre Exportkraft bauen die Chinesen riesige Devisen-Reserven auf. Bis zum Ende des Jahres 2007 wird mit einem Anwuchs der chinesischen Devisen-Reserven auf 1600 Milliarden Dollar (1,6 Billionen Dollar) gerechnet. Diese Devisen müssen irgendwo angelegt werden. Dies geschieht zur Zeit zum Großteil in us-amerikanischen Staatsanleihen, also Dollar-Anleihen. Die Gefahr für den US-Dollar besteht darin, dass China seine Devisen-Reserven zukünftig umschichten könnte, z. B. in EURO, was zu einer noch stärkeren Abwertung des US-Dollars führen würde. Daher ist die Geldanlage in US-Dollar, z. B. in Anleihen, derzeit mit Vorsicht zu genießen. Es gibt natürlich seitens der USA Bestrebungen die Aussenhandelsdefizite mit China durch Importbeschränkungen bzw. Importhemmnisse zu verringern. Die USA klagt auch gegen China vor der Welthandelsorganisation, dass China den Kurs des Yuan künstlich niedrig bewertet halten würde, um sich im Aussenhandel Vorteile zu verschaffen. Ob die Maßnahmen der USA Erfolg haben werden bleibt abzuwarten.
Fakt ist, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer in Asien mittlerweile die Industriestaaten wie die USA und viele Länder in Europa mit ihren hohen Devisen-Reserven durch Aussenhandelsüberschüsse finanzieren. Dadurch haben die asiatischen Länder, allen voran China eine neue Machtposition im Weltwirtschaftssystem erreicht. Wie verantwortungsvoll sie in Zukunft damit umgehen werden kann man bisher noch nicht sagen.
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