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Geldanlage in Immobilien - REITs: Ein (neues?) Modell

Geldanlage in Immobilien - REITs: Ein (neues?) Modell

8.10.2007 Geldanlage, Immobilien

Wer als Privatanlager in Geld in Immobilien investieren möchte hat verschiedene Optionen. Zum einen gibt es da die Möglichkeit der direkten Immobilien-Investion. Bauen oder Kaufen kann man z. B. ein Eigenheim, eine Eigentumswohnung oder gar ein Mietshaus. Ein andere Möglichkeit ist die Geldanlage in offenen Immobilienfonds oder auch in geschlossenen Immobilienfonds, oder der Erwerb von Aktien von Gesellschaften, die in Immobilien investieren.

Jetzt kommt in Deutschland ein neues Anlagemodell für die Investition in Immobilien hinzu. REITs (Real Estate Investment Trusts). In anderen Ländern (z. B. USA) teilweise schon seit Jahrzehnten bekannt werden REITs jetzt auch in Deutschland in Form von börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften eingeführt. Was sind REITs? Worin unterscheiden sich REITs von anderen börsennotierten Aktiengesellschaften, die sich im Immobiliengeschäft bewegen?

Wie bei anderen Immobilien-Unternehmen auch ist der Geschäftsgegenstand von REITs das Kaufen, Entwickeln, Betreiben und Verkaufen von Wohnungen, Hotels, Büros und anderen gewerblich genutzten Immobilien. Der große Unterschied ist, das REITs von der Gewerbesteuer und der Körperschaftssteuer befreit sind. REITs sind dafür jedoch verpflichtet den größten Teil ihrer Gewinne als Dividende an die Kapitalanleger auszuschütten, die die Dividende ohne Anwendung des Halbeinkünftverfahrens mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern müssen.

Durch die Verpflichtung nahezu die gesamten Erlöse an die Anleger auszuschütten, ohne Abzug von Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer, ist die Divdende von REITs für die Anleger vergleichsweise groß. Sie hängt natürlich auch vom Portfolio und vom Management des REITs ab. Wie bei allen börsennotierten Papieren unterliegen natürlich auch REITs einem Kursrisiko.

Wenn man REITs mit offenen Immobilienfonds vergleicht, dann ergibt sich für REITs ein entscheidender Vorteil fürs operative Geschäft. Anteile an REITs, die an der Börse verkauft werden, schränken den REIT nicht in der Liquidität ein, da ein anderer Anleger die Anteile übernimmt. Bei offenen Immobilienfonds geben Kapitalanleger ihre Fonds-Anteile an die Investmentgesellschaft zurück. Wenn gleichzeitig sehr viele Kapitalanleger ihre Anteile verkaufen, kann es zu Liquiditätsengpässen kommen, so dass im schlimmsten Fall Immobilien zu ungünstigen Preisen verkauft werden müssen.

Die Einführung von REITs in Deutschland ist insbesondere für große Unternehmen in Deutschland, aber auch für den Staat interessant. Viele der großen börsennotierten Unternehmen in Deutschland haben hohe stille Reserven in Form von Immobilienbeständen. Beim regulären Verkauf zur Realisierung der Reserven müssten die Gesellschaften hohe Steuern zahlen. Über das Instrument REIT und die bis 2009 geltende Exit Tax - Regelung steht den Unternehmen ein Mittel zur Verfügung ihre Immobilienreserven steuerbegünstigt abzubauen. Zudem kann mit REITs gebundenes Kapital abgebaut werden, indem betriebliche Grundstücke oder Staatsimmobilien in REITs an die Börse gebracht werden. Experten gehen davon, dass aus der Immobilienveräußerung von Industrie und Staat bis zum Jahr 2010 REITs mit einem Marktvolumen zwischen 60 und 120 Milliarden Euro entstehen.

Auf der Internetseite www.immobilienfonds-reits.de finden Sie weiteres Informationsmaterial zum Thema REITs.

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