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Medienfonds - aus der Serie “geschlossene Fonds”

Medienfonds - aus der Serie “geschlossene Fonds”

8.10.2007 Fonds, Beteiligungen, Geldanlage

Medienfonds, auch oft Filmfonds genannt gehören zu den geschlossenen Fonds. Mit Medienfonds werden (Kino-)Film- und Fernsehproduktionen finanziert. Bei der Geldanlage in einen Medienfonds leister der Kapitalanleger einen Beitrag zur Finanzierung der Produktion und erhält im Gegenzug eine Beteiligung am Einspielergebnis.

Ein Medienfonds ist ein Zusammenschluss von Kapitalanlegern, die mit ihrem Eigenkapital Filme oder Fernseh-Produktionen herstellen oder den Handel mit Filmlizenzen betreiben. Daher wird bei Medienfonds zwischen Producer-Fonds und Leasing- oder Buyer-Fonds unterschieden. Die Rechtsform in der Medienfonds am häufigsten betrieben werden ist die GmbH & Co. KG. Die GmbH tritt in dieser Kommanditgesellschaft als Komplementär (persönlich haftender Gesellschafter) auf, während die Kapitalanleger als Kommanditisten bei der Haftung auf ihre Einlage beschränkt beschränkt sind.

Medienfonds waren in der Vergangenheit insbesondere als Steuersparmodell bzw. Steuerstundungsmodell bei den Anlegern beliebt. Durch so genannte Verlustzuweisungen waren steuerliche Verluste von 100% der Einlage möglich, die mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden konnten. Mit den Gesetzesänderungen 2005/2006 ist die Möglichkeit der Verlustzuweisungen bzw. der Verlustverrechnungen begrenzt worden.

Einen Boom erlebten die Medienfonds in Deutschland um die Jahrtausendwende. Deutschland war damals das einzige Land, in dem ein steuerlicher Totalverlust im ersten Jahr berücksichtigt wurde, auch wenn die Fonds nur im Ausland investierten. Daher wurde über das Instrument Medienfonds von Deutschland aus damals viel Geld in Filmproduktionen im Ausland gepumpt. Oft ohne dass bei den Fonds-Geschäftsführern überhaupt Branchen-Know-How bestand. In Los Angeles bildete sich der Begriff “stupid German money”.

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