Staatsfonds
17.10.2007 FinanzenAls Staatsfonds werden Fonds bezeichnet, deren Kapital sich im Eigentum eines Staats befindet.
Staaten bilden solche Fonds insbesondere aus folgenden Gründen:
1. Um hohe Einnahmen aus Rohstoffverkäufen in Zeiten hoher Preise anzulegen, um in Zeiten niederiger Preise für die exportierten Rohstoffe den fehlenden Zustrom an Geldern durch Rückgriff auf die angelegten Reserven auszugleichen. Ein Beispiel ist der Copper SF von Chile mit 3,9 Milliarden Dollar Anlagesumme (2007) zum Ausgleich von Kupferpreisschwankungen.
2. Wenn Einahmen aus Rohstoffverkäufen so groß sind, dass dieses Geld nicht mehr sinnvoll und/oder nicht ohne Schaden für die eigene Volkswirtschaft ausgegeben werden kann.
3. Wenn ein Staat in hohem Maß auf die Einnahmen aus Rohstoffverkäufen angewiesen ist, die Rohstoffresrven aber absehbar zur Neige gehen und daher Geld aus diesen Verkäufen angelegt wird, um aus dessen Erträgen künftig den Staatshaushalt zu stützen.
4. Wenn ein stark von Staat geprägte Wirtschaft, wie z.B. die Chinas, hohe Devisenüberschüsse erzielt, um diese gewinnbringend anzulegen.
5. Um Rentenansprüche und künftige Rentenzahlungen durch Einahmen aus einem staatlich gebildeten Kapitalsstock zu gewährleisten (kapitalgedeckte Rentenversicherung).
6. Um Haushaltsüberschüsse eines Staates gewinnbringend anzulegen.
7. Um strategische Investitionen zu tätigen, z.B. in Rohstoffvorkommen in fremden Staaten, in als zukunftsträchtig eingestufte Industriezweige und Technologien, in Rüstungsbetriebe fremder Staaten, etc.
Im Jahr 2007 halten Staaten Fonds in Höhe von ca. 2,3 Billionen Dollar, davon allein China 1,2 Billionen Dollar (Quelle Stephen Jen, Morgan Stanley).
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