Was sind Geschlossene Fonds?
8.10.2007 Fonds, Geldanlage, BeteiligungenGeschlossene Fonds sind nicht zu verwechseln mit herkömmlichen Investmentfonds, wie z. B. Aktienfonds oder Rentenfonds, die entweder an der Börse gehandelt werden, oder deren Anteile jederzeit von den Emittenten erworben werden können und auch wieder zurückgegeben werden können. Beteiligungen an geschlossenen Fonds sind unternehmerische Beteiligungen. Ein geschlossener Fonds wird meist in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft aufgelegt und hat ein konkretes Investitionsobjekt bzw. Investitionsvorhaben. Das Unternehmen eines geschlossenen Fonds wird speziell mit dem Zweck gegründet Anlegergelder einzusammeln um das Investitionsvorhaben zu realisieren. Aus den Investitionen sollen die Anlegergelder während der Laufzeit des geschlossenen Fonds zurückfließen.Der Erwerb von Anteilen (bei geschlossenen Fonds Beteiligung genannt) ist nur während der so genannten Beitrittsphase bzw Platzierungsphase des Fonds möglich. Nach dem Ende der Platzierungsphase wird der Fonds geschlossen (daher der Begriff “geschlossener Fonds”) und es können keine neuen Anleger mehr beitreten. Eine Rückgabe der Anteile an einem geschlossenen Fonds ist während der Laufzeit nicht ohne weiteres möglich. Manche Anbieter räumen den Kapitalanlegern jedoch ein Rücktrittsrecht während der Laufzeit ein. Eine weitere Möglichkeit, die Beteiligung an einem geschlossenen Fonds loszuwerden ist der Zweitmarkt. Hier kann es jedoch zu ungünstigen Preisen beim Verkauf der Anteile kommen, da die Zweitmärkte für geschlossene Fonds nicht sehr liquide sind. Die Beteiligung an einem geschlossenen Fonds endet mit der Liquidation der Beteiligungsgesellschaft. D. h. das Investitionsobjekt des geschlossenen Fonds (z. B. Containerschiff bei Schiffsfonds, oder Bürokomplex bei geschlossenen Immobilienfonds) wird verkauft. Der Resterlös wird nach Anteilen auf die Kapitalanleger aufgeteilt.
Bei geschlossenen Immobilienfonds oder Schiffsfonds spielen beispielsweise der Verkaufspreis der Immobilie oder des Schiffes bei der Liquidation des Fonds für die Fondsrendite eine wichtige Rolle. Aber auch die laufenden Erträge, die der Fonds aus der Bewirtschaftung des Investitionsobjekts erzielt sind eine maßgebliche Größe für den Erfolg der Beteiligung.
Wer in einen geschlossenen Fonds investieren möchte, sollte sich vorher genau den Emissionsprospekt und weiteres Infomaterial anschauen. Die Emissionprospekte werden von der BaFin auf formale, aber nicht auf inhaltliche Korrektheit geprüft. Gutachten von unabhängigen Experten und ein Blick auf die Leistungsbilanz (Leistungen in der Vergangenheit) des Emissionshauses können den Kapitalanlegern helfen, die Wirtschaftlichkeit eines konkreten Angebots zu beurteilen.
Die Renditen von geschlossenen Fonds (teilweise in Kombination mit Steuervorteilen) sprechen oft für sich. Wie am Anfang bereits erwähnt sind Beteiligungen an geschlossenen Fonds jedoch unternehmerischer Natur und daher auch mit unternehmerischen Risiko, dass im schlimmsten Fall den Totalverlust bedeuten kann, behaftet. Aufgrund dessen und der meist relativ langen Laufzeit zwischen 10 und 20 Jahren sollte der Kapitalanleger sich vor der Investition in geschlossene Fonds ausführlich informieren und beraten lassen.
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